Der Soziale Kümmerer

Menschen in sozialräumlichen Quartieren benötigen Netzwerker und Ansprechpartner für die Bewältigung des sich ständig verändernden und diversifizierenden Alltags sowie zur Bindung an das Quartier sowie der Teilhabe an der Gemeinschaft. Der „Soziale Kümmerer“ stellt eine niedrigschwellige Vertrauensperson dar, die allen Bewohnern eines Quartieres/Sozialraumes als Ansprechpartner zur Verfügung stehen soll und bei Bedarf Hilfe- und Handlungsketten initiiert. Dies stellt eine Lösungsmöglichkeit dar für die seit Jahren in der Praxis bestehenden Hürden wie Angst, Schamgefühl, Unsicherheit etc. der betroffenen Bewohner, die gegenüber professionellen Dienstleister aus der Sozial- und Wohnungswirtschaft auftreten.

Mit diesem Ansatz werden rechtzeitig Hilfeketten initiiert durch gezielte Informationsvermittlung an entsprechende Dienstleister im Sozial- und Gesundheitsbereich sowie zusätzliches ehrenamtliches Engagement eingebunden, damit das Leben in der eigenen Häuslichkeit unterstützt werden kann. Denn die Praxis zeigt seit Jahren, dass Bewohner zumeist erst an Dienstleister herantreten wenn die Situation „am schlimmsten“ ist. Mit einem rechtzeitigen und effektiven Ansatz können Vernetzungs-, Überleitungs- und Unterstützungsprozesse besser gelingen, gerade in kommenden Zeiten der Pflegekräfteverknappung, Wegbruch informeller Hilfesysteme sowie familiärer Strukturen.
Die Menschen sollen nicht durch ein pauschales Angebot von Dienstleistungen überhäuft werden, sondern auf jede Person/Problem soll individuell eingegangen werden, um eine zielgenaue und wirkungsvolle Hilfe bzw. ein Netzwerk zur Hilfeleistung zur Verfügung stellen zu können.

Aufgaben und Kompetenzen

Die Aufgaben im Sinne der Zielerreichung des „Sozialen Kümmerers“ sind daher:

  • mit unterstützungsbedürftigen Personen ins Gespräch zu kommen und dabei Bedürfnisse zu erkennen und zu artikulieren, Früherkennung von Hilfesituationen (bspw. Vereinsamung, Verwahrlosung)
  • Hilfe zur Selbsthilfe zu geben
  • Schaffung von Gelegenheiten für Austausch, Gestaltung des sozialen Miteinanders
  • Bereitstellung von Ansprechpartnern für verschiedene Bedarfe, Hilfsangebote zu vermitteln und bereitzustellen
  • Schnittstellen zwischen Bewohnern und Professionellen unterstützen
  • Schaffung eines Netzwerkes als Schlüssel zur Informationsweiterleitung, ein Netzwerk an Hilfsdienstleistungen zu moderieren und professionelle Ansprechpartner für verschiedene Bedarfe zu benennen (bspw. des Sozialamtes der Stadt Chemnitz, sozialen DL, etc.)
  • Sensibilisierung im Quartier erreichen (Nachbarschaft, Dienstleister etc.)
  • Organisation von Nachbarschaftshilfe und Kontaktherstellung zu Alltagsbegleitern
  • Ansprechpartner für Alltagsbegleiter sein und diese in ihrer Arbeit zu bestärken, zur gegenseitigen Kommunikation anregen

Der „Soziale Kümmerer“ setzt in seiner Person oben benannte Aufgaben um. Auch die Unterstützung der Vernetzung zwischen Wohnservice und weiteren kommunalen Dienstleistungen (z. B. Sozialdienst), um Hilfeketten für betroffene Bewohner einzuleiten. Er soll ferner ehrenamtliches Engagement im Quartier fördern und koordinieren (z. B. Alltagsbegleiter, Nachbarschaftshelfer). Denkbar ist auch, in späteren Phasen präventive Hausbesuche durchzuführen und anhand von Checklisten Bedarfe zu erfassen und Handlungsketten einzuleiten.
Die Wohnungsgenossenschaft Döbeln eG (nachfolgend WGF) arbeitet seit 2006 kontinuierlich am Aufbau geeigneter Strategien und Lösungen, welche ihren Genossenschaftsmitgliedern den Wunsch nach einem aktiven und selbst bestimmten Leben bis ins hohe Alter gerecht wird.
Bisher stehen die aktiven und rüstigen Mieter und Mieterinnen im Fokus der Aktivitäten der WGF sowie vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung auch Menschen mit (zunehmender) Pflegebedürftigkeit und Unterstützungsbedarf. Da diese eine bereits vorhandene und künftig stark wachsende Zielgruppe sein werden.

Ihre Ansprechpartner

Elke Makk

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